Die Unschärfe zwischen den Strahlen: Henryk Stażewskis Installation «9 rayons de lumière dans le ciel»

Der Kontrast von klaren Linien und Unschärfe, die Position zwischen abstrakter Kunstinstallation und politischer Propaganda: Konzeptuelle Kunst in den späten 1960er-Jahren in der Volksrepublik Polen war ein Balanceakt zwischen individuellen künstlerischen Konzepten und Ansprüchen oder Interpretationen von institutioneller Seite. Dieser Beitrag diskutiert die künstlerische und politische Unschärfe als Mittel sowie die Funktionen des «Dazwischen» an Henryk Stażewskis Entwurf und Installation von «9 rayons de lumière dans le ciel» von 1969/70.

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Das Scheitern des Zeugnis-Ablegens – eine Analyse des Films ŚWIEŻE WIŚNIE

Im APPENDIX (2010), der als Ergänzung zum Film ŚWIEŻE WIŚNIE entstand, spricht die Schauspielerin Klara Bielawka darüber, welche Wirkung das ehemalige Lager in Falstad auf sie hat: «Ich bin zum ersten Mal in einem Konzentrationslager, aber das macht keinen Eindruck auf mich.» Was sich einst an diesem Ort ereignet hat, ist für Klara nicht erfahrbar, […]

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Congo as Fiction – Fiction as an Objective

European museums today can hardly avoid addressing the histories of their objects. Which sometimes turns out to be more successful, sometimes less. The exhibition FIKTION KONGO is currently on view at the Rietberg Museum in Zurich, where objects from the collection of ethnologist Hans Himmelheber are purposefully confronted with works by contemporary Congolese artists. A successful approach, says Ann Mbuti.

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An art fair called «Interart»

Between 1984 and 1989, Poznan hosted an annual week-long art fair called “Interart” in the style of the socialist era. The newspaper Neues Deutschland reported on 24 November 1987 that eight countries, including the GDR, took part in the event. The spectrum of exhibits is said to have ranged from painting to artistic ceramics to […]

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Queer-Zeugnis: Karol Radziszewski und das Archiv als Interart-Projekt

Am 15. November 2015 rief der polnische Maler und Videokünstler Karol Radziszewski das Queer Archives Institute (QAI) ins Leben, eine der »Forschung, Sammlung, Digitalisierung, Präsentation, Ausstellung, Analyse und künstlerischen Interpretation von Queer-Archiven mit besonderem Fokus auf Mittel- und Osteuropa«[1] gewidmete Non-Profit-Organisation. Diese Initiative des öffentlich bekennenden schwulen Künstlers ist ein Versuch, eine Art alternatives Vorfahrenarchiv […]

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Wearable Theatre: The Art of Immersive Storytelling

This interdisciplinary research project at the Fachhochschule St. Pölten (Austria) explores the ways science, technology, art and storytelling intermingle. On the basis of atmospheric literary narrating, the collaborative (art) working project tackles the problems of point of view, positionality, perception and performance. The team uses experimental methods like virtual reality media technology to distort common […]

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Vernünftige Magie: Über die Grenzen des Menschenmöglichen hinaus

Magie ist nach Diderots «Encyclopédie» (1765) die «okkulte Wissenschaft oder Kunst, die uns lehrt, Dinge zu vollbringen, die über das menschliche Vermögen hinauszugehen scheinen» (Selg, Wieland, 2001, S.252). Vieles von dem, was früher als Magie bezeichnet wurde, ist heute Wissenschaft und findet sich u.a. in Teilbereichen der Chemie oder Medizin. Doch hängt der Magie auch […]

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Zu n, n-1 schreiben. Performative Strategien des Rhizom-Machens bei Deleuze und Guattari

In der 1976 vorab veröffentlichten Einleitung ihres Buches Mille Plateaux (1980) modellieren Gilles Deleuze und Félix Guattari eine neue Art des Denkens. Es ist ein Denken ohne festen Ort, ein Denken in Bewegung, ein Denken in Linien. Es hat weder Ursprung noch Ende und auch keine Einheit, stattdessen hat es Vielheiten und ist ein «Werden».

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Kunstwerk des egalitären Austausches. Die Robert-Walser-Skulptur von Thomas Hirschhorn

Thomas Hirschhorn schafft skulpturale Werke, die Züge der Rhizomtheorie von Gilles Deuleuze und Félix Guattari aufweisen. Das Rhizom nach Deleuze und Guattari beschreibt ein Netzwerk, in dem es keine Hierarchien und feste Positionen gibt und alles mit allem verbunden ist. Diese Charakteristika greift der Schweizer Künstler in seinen Arbeiten auf. Es sind oftmals begehbare Skulpturen, […]

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Emballage… Emballage – Eine Interart-Methode

Tadeusz Kantor begann sich Anfang der 1960er-Jahre auf das Konzept der Emballagen zu konzentrieren. Im Wörterbuch fand der Theaterregisseur, Maler, Bühnenbilder, Avantgarde-Künstler und Theoretiker das Wort «Emballage», das im Französischen «einwickeln» bedeutet. Zu seiner Entdeckung schrieb er: «Aber in der französischen Sprache klingt es wie Collage, die in der Kunst-Terminologie bereits einen festen Platz eingenommen […]

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“The Scattered Community of the Eclipsed”. Paradigms of Belonging in the Wake of the 2020 Pandemic

To face. To question one’s own presence towards what is present. Not giving up the potentiality for suspension that the event offers, but rather inhabit it fully. To form a community of the event, the scattered community of the eclipsed. The Film “The darkness of the eclipse” is a first fragment of a series presented by the Community of unfaithful echoes.

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Die Chöre der Angekommenen. Eine indiskrete Platzbefragung

Drei Jahre lang war der Berliner Oranienplatz von Geflüchteten und ihren Unterstützer*innen besetzt. Im April 2014 wurde der Platz geräumt und damit auch der Protest gegen die Residenzpflicht und Abschiebepraxis mit Polizeigewalt beendet. Das Schwabinggrad Ballett und die aus der Refugee-Gruppe «Lampedusa in Hamburg» hervorgegangenen Arrivati haben Besetzer*innen interviewt und die Konflikte in die «Chöre […]

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Der Schwarzenbach-Komplex. Ein kollektives Langzeitprojekt zu vielstimmiger Erinnerungspolitik von ké*sarà

Ein Interview mit Catia Porri und Rohit Jain zum Schwarzenbach-Komplex, einem künstlerisch-ethnographischen Langzeit-Forschungsprojekt, das vom Sozialanthropologen Rohit Jain, dem Theaterschaffenden Tim Zulauf und der Historikerin Paola De Martin gegründet wurde und das 50-Jahre-Jubiläum der Schwarzenbach-Initiative zum Anlass für ein künstlerisch-ethnografisches Langzeitprojekt nimmt und am Theaterspektakel 2020 gestartet ist. Mit diesem Projekt wollen sie an die lange Tradition der Fremdenfeindlichkeit und des strukturellen Rassismus in der Schweiz erinnern.

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